„Alles was zählt“-Star rechnet mit Friedrich Merz ab: „Wer betreut IHN eigentlich?“
André Dietz’ Tochter Mari lebt mit einer schweren Behinderung

Köln (Nordrhein-Westfalen) – Deutliche Ansage an den Bundeskanzler! Schauspieler André Dietz (50) macht seinem Ärger in den sozialen Netzwerken Luft – und nimmt dabei Friedrich Merz (70, CDU) ins Visier. Hintergrund sind die aktuellen Debatten über mögliche Einsparungen bei Inklusion, Pflege und der Betreuung von Menschen mit Einschränkungen.
In einem Instagram-Video und einem langen Statement reagiert der „Alles was zählt“-Star auf Instagram fassungslos auf Aussagen des Bundeskanzlers.

Tochter Mari hat einen Gendefekt
André Dietz schreibt: „Friedrich Merz fragt, warum nicht EINE Person MEHRERE Menschen mit BEHINDERUNG betreuen kann. Ich frage mich eher: Wer betreut IHN eigentlich?“
In dem Instagram-Clip sitzt Dietz’ Tochter Mari neben ihm. Die 12-Jährige leidet am Angelman-Syndrom, ist schwerbehindert. Aufgrund eines Gendefekts bleiben Angelman-Kinder in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung zurück. Mari leidet an Krämpfen und epileptischen Anfällen, hat Schlafprobleme, muss starke Medikamente nehmen und benötigt ständige medizinische Kontrolle und Betreuung.

Deshalb treffen André Dietz die aktuellen Diskussionen besonders. „Noch ist nicht alles beschlossen“, so der Schauspieler. „Aber schon die Debatte zeigt, wer zuerst sparen soll: Menschen mit Behinderung, pflegende Angehörige und Familien.“
Dietz weiß, dass seine Familie kein Einzelfall ist und wie schwer mögliche Einsparungen im Pflegebereich auch andere treffen würden und wie viel jeder jetzt schon von sich gibt. „Pflege ist 24/7 Verantwortung. Es sind Nächte ohne Schlaf, Therapien, Arzttermine, Begleitung, Organisation – und gleichzeitig versuchen wir, Familie zu sein. Eltern. Geschwister. Menschen.“

Der Schauspieler ist fassungslos: „Millionen Menschen mit Behinderung kämpfen täglich um Teilhabe, Sichtbarkeit und Unterstützung. Pflegende Angehörige tragen einen riesigen Teil des Systems – oft am Limit. Und während über Kürzungen bei Pflege und Inklusion gesprochen wird, wird gleichzeitig gefragt, ob nicht einfach eine Person mehrere Menschen mit Behinderung betreuen könnte.“
„Friedrich, komm doch einfach mal vorbei“
André Dietz würde Bundeskanzler Merz gerne mal zum Realitätscheck einladen: „Wenn ich nicht so überhaupt keinen Bock auf den hätte, würde ich sagen: Ey, Friedrich, komm doch einfach mal vorbei, verbring doch einfach mal einen halben Tag mit uns. Ach Quatsch, verbringe mal vier Stunden mit uns und erzähl mir das nochmal.“

Sein eindringlicher Appell: „Wenn man bei Pflege und Inklusion die Gelder kürzt, dann spart man nichts. Man verlagert einfach die Last zurück in die Familien, auf die Schultern von Menschen mit Behinderung, auf die Schultern der Eltern, Großeltern, Onkel, Tante und ganz konkret auch auf die Schultern der Geschwister. Und das macht mich dann noch mal extra sauer, weil damit auch meine anderen drei Kinder mit betroffen sind, die das eigentlich echt nicht verdient haben, so einen Druck zu spüren, der nicht sein müsste – nur weil die Bundesregierung ein Ei am Kreisen hat und an der falschen Ecke spart!“ André Dietz spricht vielen Menschen aus der Seele, über 400.000 (Stand Freitagvormittag) haben sein Video bereits mit einem Like versehen.




