Nach dem „Fire“-Fiasko: Sarah Engels erteilt dem ESC 2027 eine Absage
Sarah Engels steht wieder auf der Musicalbühne und blickt zurück auf Träume, Lektionen und ihre Meinung zum ESC.

Nur vier Tage nach ihrem Auftritt mit „Fire“ stand Sarah Engels am Mittwochabend wieder als Satine im Musical „Moulin Rouge!“ in Köln auf der Bühne. Der Wechsel vom großen ESC-Finale zurück ins Musical war für sie zwar anstrengend, aber offenbar auch genau die Rückkehr, die sie brauchte. Im Gespräch mit BILD sagte sie, sie habe noch nicht richtig Zeit gehabt, den ESC zu verarbeiten. Direkt nach ihrer Rückkehr habe sie zunächst alles für ihre Kinder vorbereitet, dann nur eine Probe und direkt die erste Show in Köln gehabt.
Trotz der Belastung sei sie froh gewesen, dass noch alles da war: Die Songs habe sie auf der Bühne abrufen können. Körperlich und mental seien die letzten Tage allerdings hart gewesen. Sie habe wenig geschlafen und viel zu verarbeiten gehabt. Die Nacht nach dem ESC sei kurz gewesen, außerdem habe sie „total wirres Zeug“ geträumt.
Träume, Druck und das Ergebnis
Zu ihren Träumen sagte Sarah, sie habe unter anderem davon geträumt, zu einer Moulin-Rouge-Probe zu gehen und plötzlich nichts mehr zu wissen, während der Regisseur wütend auf sie sei. Dazwischen sei immer wieder ihr ESC-Song „Fire“ aufgetaucht, sogar auf der Schaukel des Musicals. In einem anderen Traum habe sie den ESC gewonnen – „also alles komplett verrückt“, wie sie sagte.
Über das Ergebnis selbst zeigte sie sich gefasst. Sie habe sich zwar eine bessere Platzierung für Deutschland gewünscht, aber von Anfang an gesagt, dass ihr das Ranking nicht im Mittelpunkt stehe. Für sie sei wichtiger gewesen, vor einem riesigen Publikum zu singen und diese Erfahrung überhaupt machen zu dürfen. Sie betonte, wie viel Herzblut sie in den ESC gesteckt habe und dass sie die Teilnahme niemals bereuen werde.
Deutschland und die ESC-Frage
Auch auf die grundsätzliche Frage nach Deutschlands Zukunft beim Eurovision Song Contest ging Sarah Engels ein. Eine Pause könne Deutschland aus ihrer Sicht durchaus guttun. Sie sei aber „kein Orakel“, sagte sie. Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass Deutschland historisch durchaus Erfolge gehabt habe. Kritischer sehe sie eher die Außenwahrnehmung und wünschte sich mehr Haltung.
Den Unterschied zwischen ESC und Musical beschreibt Sarah deutlich: Beim Eurovision seien es drei Minuten, in denen man alles gebe und sich komplett verausgabe. Beim Musical hingegen müsse man über drei Stunden durchhalten und die eigene Ausdauer trainieren.
Für den ESC 2027 ist Sarah Engels damit offenbar keine Option mehr. Auf die direkte Frage, ob sie noch einmal antreten würde, antwortete sie klar: nein. Der Grund ist für sie nicht ein gescheiterter Auftritt, sondern genau das Gegenteil: Die erste Teilnahme war für sie so besonders, dass sie dieses Gefühl nicht durch eine Wiederholung gefährden möchte.



